Archiv für Mai 2012

Innenminister lobt Wächterhausinitiativen

Liebe Freunde des FreiRaums,

der sächsische Innenminister Markus Ulbig lobt in seiner Fachregierungserklärung vom 8.5.12 – „Bewahren. Erneuern. Gestalten. Stadtentwicklung im Freistaat Sachsen“ – das Wächterhauskonzept im Allgemeinen und „Haushalten e.V. Leipzig“ im Speziellen, als eine sinnvolle Maßnahme dem Leerstand zu begegnen und Städt wiederzubeleben. Schön, dass unser gemeinsames Engagement solche Beachtung findet.

Markus Ulbig in seiner Rede (ein Auszug):
[…] „Die Initiative „Haushalten e.V.“ zeigt in Leipzig seit einigen Jahren, wie nicht genutzte Gründerzeitbauten in schwierigen Lagen erhalten werden können. Bei den Wächterhäusern geht es um intelligente Zwischennutzung: günstigen Wohnraum, Einzelhandel, Gewerbe. Das tut oft dem gesamten Quartier gut. Ich kann nur an alle appellieren, solche kreativen Ideen zu adaptieren und in der eigenen Stadt zu versuchen. Inzwischen hat das Modell in einigen Städten Mitteldeutschlands Schule gemacht.“ […]

Patrick

Neue Link-Rubrik

Am rechten Rand dieser Seite findet Ihr eine neue Rubrik Links, die sich „Wächterhäuser Netzwerk“ nennt. Hier sollen alle (vorrangig ostdeutschen) Wächterhausinitiativen aufgelistet werden und können von hier aus im Netz besucht werden. Wenn jemand etwas ergänzen will, kann er sich gern unter freiraumzittau[at]gmx.de melden.

Bericht vom Vernetzungstreffen

Nun noch mal einen kurzen Bericht zum Vernetzungstreffen der Wächterhäuser am 5.5.12 in Leipzig. Nachdem einige beim Neissefilmfestival eingebunden waren und Steffen krank war, fuhr ich als einziger „Abgesandter“ des FreiRaum Zittau e.V. nach Leipzig. Neben einigen Vertretern des Haushalten e.V. Leipzig, waren Leute aus Görlitz, Zwickau, Chemnitz, Dresden und vom Wächterhausverein Muldental da. Es fehlten beispielsweise die Wächterhäuser in Erfurt und Magdeburg.
Nach der Vorstellungsrunde wurden locker verschiedene Themen, zuerst im Garten, dann im Seminarraum des Wächterhauses Lützener Str., diskutiert. Angesprochen wurden unterschiedliche Probleme, die sich den Vereinen stellen. Diese reichen von der Verweigerung einer Gemeinnützigkeit, mangelnder Zusammenarbeit mit den Behörden bis zum Mangel an nutzbaren Objekten und potentiellen Nutzern. Interessant waren auch die Informationen zu den Betriebskosten und was bei Wohnnutzung beachtet werden muss.
Auch in den Pausen ergaben sich interessante Gespräche, die auf eine engere Zusammenarbeit zielten. Dies ist auch eines der greifbaren Ergebnisse, nämlich die Vereinbarung sich stärker auszutauschen und zu „vernetzen“, was Veranstaltungen und Aktionen angeht. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Festlegung, dass die Vernetzungstreffen zukünftig jährlich und ganztägig stattfinden sollen. Das Treffen im Mai 2013 wird vom FreiRaum e.V. in unserem Haus in Zittau organisiert.
Als Abschluss fand ein Rundgang durch den Stadtteil Lindenau statt, in dem sich zahlreiche Wächterhäuser befinden. Es konnten noch Detailfragen diskutiert und Wächterhäuser von innen begutachtet werden. Zusätzlich fand in dieser Woche ein Künstleraustausch mit Hamburg statt, so dass viel Wächterhäuser und Wächterläden eine temporäre, künstlerische Nutzung hatten. Insgesamt ein sehr interessanter und wirklich angenehmer Tag der neue Erkenntnisse und neue interessante Bekanntschaften gebracht hat.

Viele Dank an dieser Stelle nochmals an den Mitgliedern des Haushalten e.V. Leipzig.

Vergleichend kann man für uns als FreiRaum Zittau e.V. sagen, dass sich die Fortschritte, die wir seit der Initialzündung im Mai 2011 (erste Infoveranstaltung) gemacht haben wirklich sehen lassen können. Unser Verein ist gegründet und gemeinnützig, ein Haus und genügend Nutzer sind gefunden, so dass mit der Nutzungsaufnahme begonnen werden kann, was teilweise auch schon passiert. In den anderen Vereinen wird stärker auf eine Trennung zwischen „Verwaltung“ und Nutzern geachtet, was aber in Zittau mit seiner geringen Größe nicht als zwingend erscheint. Daraus resultierend tendieren einige der anderen Vereine auch ehr in Richtung soziale Arbeit, da sie in eventuelle Baumaßnahmen etc. nur sekundär eingebunden sind. In Dresden scheint das gravierendste Problem zu sein, dass auf Grund des Wachstums der Stadt, und der damit verbundenen Immobilienspekulationen, kein geeignetes Haus gefunden wird. Ganz im Gegenteil zu Zwickau, wo Häuser zur Verfügung stehen, aber bisher keine Nutzer gefunden wurden. Vielleicht ergeben sich auch hier Möglichkeiten sich zu ergänzen.

Silvio Thamm



Foto: Haushalten e.V. Leipzig