Liebe Freunde des FreiRaums,
der sächsische Innenminister Markus Ulbig lobt in seiner Fachregierungserklärung – Bewahren. Erneuern. Gestalten. Stadtentwicklung im Freistaat Sachsen das Wächterhauskonzept im Allgemeinen und „Haushalten e.V. Leipzig“ im Speziellen, schön das unser aller Engagement Beachtung findet (ein Auszug):
„Die Initiative „Haushalten e.V.“ zeigt in Leipzig seit einigen Jahren, wie nicht genutzte Gründerzeitbauten in schwierigen Lagen erhalten werden können. Bei den Wächterhäusern geht es um intelligente Zwischennutzung: günstiger Wohnraum, Einzelhandel, Gewerbe. Das tut oft dem gesamten Quartier gut. Ich kann nur an alle appellieren,
solche kreativen Ideen zu adaptieren und in der eigenen Stadt zu versuchen. Inzwischen hat das Modell in einigen Städten
Mitteldeutschlands Schule gemacht.“
Patrick
Am rechten Rand dieser Seite findet Ihr eine neue Rubrik Links, die sich „Wächterhäuser Netzwerk“ nennt. Hier sollen alle (vorrangig ostdeutschen) Wächterhausinitiativen aufgelistet werden und können von hier aus im Netz besucht werden. Wenn jemand etwas ergänzen will, kann er sich gern unter freiraumzittau[at]gmx.de melden.
Nun noch mal einen kurzen Bericht zum Vernetzungstreffen der Wächterhäuser am 5.5.12 in Leipzig. Nachdem einige beim Neissefilmfestival eingebunden waren und Steffen krank war, fuhr ich als einziger „Abgesandter“ des FreiRaum Zittau e.V. nach Leipzig. Neben einigen Vertretern des Haushalten e.V. Leipzig, waren Leute aus Görlitz, Zwickau, Chemnitz, Dresden und vom Wächterhausverein Muldental da. Es fehlten beispielsweise die Wächterhäuser in Erfurt und Magdeburg.
Nach der Vorstellungsrunde wurden locker verschiedene Themen, zuerst im Garten, dann im Seminarraum des Wächterhauses Lützener Str., diskutiert. Angesprochen wurden unterschiedliche Probleme, die sich den Vereinen stellen. Diese reichen von der Verweigerung einer Gemeinnützigkeit, mangelnder Zusammenarbeit mit den Behörden bis zum Mangel an nutzbaren Objekten und potentiellen Nutzern. Interessant waren auch die Informationen zu den Betriebskosten und was bei Wohnnutzung beachtet werden muss.
Auch in den Pausen ergaben sich interessante Gespräche, die auf eine engere Zusammenarbeit zielten. Dies ist auch eines der greifbaren Ergebnisse, nämlich die Vereinbarung sich stärker auszutauschen und zu „vernetzen“, was Veranstaltungen und Aktionen angeht. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Festlegung, dass die Vernetzungstreffen zukünftig jährlich und ganztägig stattfinden sollen. Das Treffen im Mai 2013 wird vom FreiRaum e.V. in unserem Haus in Zittau organisiert.
Als Abschluss fand ein Rundgang durch den Stadtteil Lindenau statt, in dem sich zahlreiche Wächterhäuser befinden. Es konnten noch Detailfragen diskutiert und Wächterhäuser von innen begutachtet werden. Zusätzlich fand in dieser Woche ein Künstleraustausch mit Hamburg statt, so dass viel Wächterhäuser und Wächterläden eine temporäre, künstlerische Nutzung hatten. Insgesamt ein sehr interessanter und wirklich angenehmer Tag der neue Erkenntnisse und neue interessante Bekanntschaften gebracht hat.
Viele Dank an dieser Stelle nochmals an den Mitgliedern des Haushalten e.V. Leipzig.
Vergleichend kann man für uns als FreiRaum Zittau e.V. sagen, dass sich die Fortschritte, die wir seit der Initialzündung im Mai 2011 (erste Infoveranstaltung) gemacht haben wirklich sehen lassen können. Unser Verein ist gegründet und gemeinnützig, ein Haus und genügend Nutzer sind gefunden, so dass mit der Nutzungsaufnahme begonnen werden kann, was teilweise auch schon passiert. In den anderen Vereinen wird stärker auf eine Trennung zwischen „Verwaltung“ und Nutzern geachtet, was aber in Zittau mit seiner geringen Größe nicht als zwingend erscheint. Daraus resultierend tendieren einige der anderen Vereine auch ehr in Richtung soziale Arbeit, da sie in eventuelle Baumaßnahmen etc. nur sekundär eingebunden sind. In Dresden scheint das gravierendste Problem zu sein, dass auf Grund des Wachstums der Stadt, und der damit verbundenen Immobilienspekulationen, kein geeignetes Haus gefunden wird. Ganz im Gegenteil zu Zwickau, wo Häuser zur Verfügung stehen, aber bisher keine Nutzer gefunden wurden. Vielleicht ergeben sich auch hier Möglichkeiten sich zu ergänzen.
Silvio Thamm

Foto: Haushalten e.V. Leipzig
Am Sonntag, dem 22.4., gab es einen recht erfreulichen und ergiebigen Arbeitseinsatz. Zeitweise war es fast schon schwierig, die zahlreichen Helfer zu koordinieren und sinnvoll einzusetzen. Hier ist jedoch der Verbesserungsbedarf erkannt und beim nächsten Mal wird genauer geplant, wer was macht. Trotzdem war es ein angenehmer Tag und die Ergebnisse zeigen sich überall am und im Haus.
Im Inneren beginnen die ersten Nutzer ihre Räume herzurichten. Dazu wurden Decken gereinigt, loses Parkett und Bodenbelag beseitigt und Türen gesichert. Im Erdgeschoss wurde eine große Fläche als Künstlerwerkstatt freigeräumt und ein Materiallager angelegt. Eine „interessante“ Aufgabe war auch die beginnende Beseitgung der Trockenklosetts. Das, was dabei zum Vorschein kommt, wäre vielleicht lieber im Verborgenen geblieben, aber dennoch ist dies eine wichtige Aufgabe zur Nutzbarmachung des Hauses. Vielen Dank hierfür an Klemmi und Phillip (mit Vorbereitung von Mika und Nils), die ein gutes Team waren. Die auffälligste Veränderung nach außen hin, sind die neu angestrichenen Schaukästen, die sich nun in Blau und Gelb zeigen. Ein wirklich schöner Anblick und gute Arbeit!
Zwei Informationen für Euch: Verschiebung & Arbeitseinsatz 22.4.
1.
Am 23.4. sollte eigentlich das erste Mitgliederplenum, im letztens neu eingeführten monatlichen Rhythmus, stattfinden. Und nun? Schon beim ersten Termin eine Ausnahme. Wir haben uns entschieden, mangels bedeutender Neuigkeiten und mangelnder Zeit zur Vorbereitung diesen Termin vorerst abzusagen. Als Alternative würden wir aber anbieten, dass interessierte Mitglieder an der Versammlung des Vorstands Anfang Mai teilnehmen können. Also nicht gestrichen, sondern nur vertagt. Bis dahin wird es hoffentlich auch wieder mehr Neuigkeiten geben.
2.
Wer in letzter Zeit im Haus war, weiß auch, dass es Arbeit an allen Ecken und Enden gibt. Um mal wieder einen Schritt weiter zu kommen, wollen wir an diesem Sonntag, dem 22.4., einen Arbeitseinsatz machen. Es soll 13:00 Uhr losgehen und geht dann bis zum späteren Nachmittag – je nach Lust und Laune. Zu tun gibt es, wie gesagt, genug. Die Halle im Erdgeschoss muss aufgeräumt werden, womit einige Nutzer schon angefangen haben. Wir können auch beginnen die alten Klos herauszureißen. Wer Lust hat kann die Schaukästen auf der Straßenseite streichen und der Garten schreit auch nach Pflege. Ein ungelöstes Problem ist auch immer noch unser Zaun zur Lindenstraße hin.
Also: wer Zeit und Lust hat meldet sich bitte per Mail an und kommt (mit Handschuhen ausgerüstet) am Sonntagnachmittag vorbei.